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Notfallzulassung erteilt - Olie-H

Vom 19.06. bis 16.10.2019 ist Olie-H zur Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren an Kartoffeln zur Pflanzguterzeugung zugelassen

Olie-H - ein Insektizid gegen Blattläuse als Virusvektoren auf Basis von Paraffinöl - ist in Deutschland vom 19.06.2019 bis 16.10.2019 über Art. 53 zugelassen. 

Wirkungsweise:

  • Olie-H überzieht die Blattoberfläche mit einer Schicht Paraffinöl, welche von Blattläusen gemieden wird.
  • Sollte eine Blattlaus trotzdem in das Blattgewebe stechen, so reinigt das Paraffinöl das Saugorgan von nichtpersistenten Viren. Somit kann das Virus nicht übertragen werden.
  • Olie-H hat keine direkte Wirkung gegen Blattläuse.

Anwendungsempfehlung:

  • Bei hohem Blattzuwachs und hohem Läusedruck Spritzabstände verkürzen (Spritzstart: Bei 60% Feldaufgang beginnen)
  • Applikation abends oder nachts wird empfohlen, da bei starkem Sonnenlicht und Hitze über 25°C das Öl seine Wirkung verlieren und Phytotox verursachen kann.
  • Auf abgetrockneten Beständen anwenden
  • Öl kann 10-14 Tage nach dem Spritzen auf den Blättern haften

    • Aber Neuzuwachs muss geschützt werden (attraktiv für Blattläuse!)
    • wöchentlicher Spritzabstand (zu Spritzbeginn 3-tägig)!
    • Pausen mit Öleinsatz sollten besonders in der ersten Phase vermieden werden!

  • Keine Mischung mit Fluazinam und fluazinamhaltigen Fungiziden
  • Keine Mischung mit Nähr- und Zusatzstoffen
  • Am besten geeignet: Kombination mit Pyrethroiden und Fungiziden im Soloeinsatz
  • Mischbarkeiten beachten: Öl immer zuletzt zugeben!
  • Aufwandmenge: 6,25l unabhängig von der Wasseraufwandmenge
  • Braucht deckenden Schutzfilm (Düsentechnik nicht zu grobtropfig), viel Wasser
  • Der Öleinsatz verlängert die Antrocknungszeit um ca. 1 Std, erhöht aber auf der anderen Seite die Regenfestigkeit

Gebindegröße: 1 x 20 l

Pflanzenerzeugnisse:

Kartoffel (zur Pflanzguterzeugung)

Schadorganismus/
Zweckbestimmung:

Blattläuse als Virusvektoren

Anwendungsbereich:

Freiland

Stadium der Kultur:

BBCH 11-99

Anwendungszeitpunkt:

nach Warndienstaufruf bzw. ab Erreichen der Bekämpfungsschwelle

Max. Zahl der Behandlungen:

In der Anwendung: 8
In der Kultur bzw. je Jahr: 8
3 Tage zwischen 1. und 2. Behandlung,

danach mindestens 7 Tage

Anwendungstechnik:

Spritzen

Aufwandmenge:

6,25 l/ha

Wasseraufwandmenge:

200 bis 400 l Wasser/ha

Wartezeit:

Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z.B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich (F).

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